Lesezeichen 01/2018

Soeben erschienen ist das neue Lesezeichen, die vierteljährliche Zusammenstellung mit Highlights aus der deutschsprachigen Netzliteratur bei litblogs.net, einem Portal, das aktuell zwei Dutzend AutorInnen, KünstlerInnen und Gruppen assoziiert und präsentiert. Themen sind u.a.: ein Geländerhandlauf; „also“ in Diagrammen; fotografische Archäologie; Haupt-Satz, gelesen von Margarete Helminger; Figuren an einer Dorfstrasse; der persön­li­che Zeige­fin­ger­ab­druck in einem Aufzug; in den Handtaschen weiblicher Anverwandter; die grünende Sonne zur Osterzeit; Meeres-Gesänge; wie Zeit vergeht oder auch nicht; wie einer Schriftsteller wurde; Nikolai Karamsins Reisen; poetische Ausnahmemomente; Grenzen spüren; Verlorenheit im Wind; Wurstdemokratie und -guillotine; Licht und Schatten … uvm.

rheinseins Beitrag besteht diesmal aus einer Fotostrecke entlang des Handlaufs eines Geländers am Kölner Rheinufer: Ansichten, die an Landschaften, prähistorische Malerei und Kartenwerk erinnern.

Weitere AutorInnen des aktuellen Lesezeichens sind Hartmut Abendschein, Albera Anders, Marianne Büttiker, Barbara Denscher, Der goldene Fisch, Andreas Glumm, Phyllis Kiehl, Jörg Meyer, J. S. Piveckova, Rittiner & Gomez, Norbert W. Schlinkert, Helmut Schulze, Andreas Louis Seyerlein, Lisa Spalt, Benjamin Stein und Chris Zintzen.

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Blick in den Himmel

Ich war Zeuge wie das Licht aus dem wir kommen
im Osten mit Farbrollen aufgetragen wurde von
Engeln die uns aus den Ohren schlüpften in der
Nacht als die Ergebnisse bekanntgegeben wurden

das Licht tropfte über die Hügel, es rann in den
Morgen, wir traten auf die Straße, schippten
die Wege frei, grüßten uns, lauschten unserem
Atem und dem Kratzen der Lichtschaber. gleich

danach das Verhalten der Nachbarn präzise
in Tabellen niedergelegt. eine Gruppe junger Frauen
mit Kindern zog los zur Kreuzung und betete dort

zu den Ampelmännchen. auch in mir regte sich
der stille Wunsch, der Tag hatte Anlauf genommen
umzuspringen von rot auf grün auf rot und retour