Die Möwe

Eines der Möwengedichte aus MINI WELT, ein Remix von The Sandhills der Chickasaw-Dichterin Linda Hogan, ist heute Text des Tages bei fixpoetry.

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Rhein-Meditation: Rezension bei Fixpoetry

Unter dem Titel Alles fließt ist heute auf dem Literaturportal fixpoetry eine weitere, ausführliche Besprechung der Rhein-Meditation erschienen: Ursula Teicher-Maier stellt Vergleiche mit Eva Demskis Flußbetrachtung Mama Donau an und geht insbesondere auf strukturelle Aspekte der Textkomposition ein, die ihr „wie ein Zwitter zwischen Erzählung und Langgedicht“ erscheint. Die Rezensentin unterscheidet zwischen inhaltlichen und assoziativen Textebenen und assoziiert selber über dem Text, wenn sie die Figur der Mara mit einigen ihrer zahlreichen, im Buch nicht explizit erwähnten Namensbedeutungen in Verbindung bringt, etwa sinnigerweise mit dem „Verführer, der Gautama Buddha der Legende nach von der Erleuchtung beim Meditieren abhalten wollte“. Auch die komischen Aspekte der Meditation kommen zur Sprache, ihren besonderen Fokus legt Teicher-Maier auf die Tempo- und Perspektivwechsel: so schnell rausche an manchen Stellen der Text, daß sie beim Lesen immer wieder abdrifte und sich „wie beim Meditieren, dauernd zurückrufen muss, zurück zum Text, der mich in Gedankenstrudel zieht und wieder daraus entlässt“. Der Erzähler wiederum sei „ein Kind seiner Zeit, dem Wikipedia genau so vertraut ist wie YouTube oder japanische Anime-Filme (…); die Meditation am Fluss führt ihn immer wieder vom Alltäglichen der Wahrnehmung dessen, was ihm begegnet, zu Gedanken, die die Ebenen des Mystischen, des „Erhabenen“ streifen. Alles wird in größere Zusammenhänge gestellt, und dies geschieht vor allem durch die Langlebigkeit, die Größe des Rheins, der „vom All betrachtet (…) eine unwesentliche Narbe unter vielen dieses Planeten“ ist.“

Der volle Wortlaut der Besprechung ist hier nachzulesen.

Metonymie

metonymieIm Berliner Verlagshaus J. Frank ist nun Norbert Langes Sammelband Metonymie erschienen, für den er vor rund drei Jahren knapp 30 DichterInnen gebeten hatte, sich zu Aspekten ihres Schaffens zu äußern. Aus dem Verlagsinfo:

„Hier geht es nicht um das Handwerk des Dichtens, wie es an Schulen gelehrt oder von der Literaturwissenschaft analytisch behauptet wird: Thema des Buches ist der lebendige Prozess der künstlerischen Tätigkeit.

Die Autorinnen und Autoren – darunter viele der wichtigsten Stimmen der jungen wie der älteren Generation – wurden aufgefordert, über das unfertige, im Entstehen Begriffene zu schreiben, das eigene Denken offenzulegen sowie von den Erfahrungen innerhalb und außerhalb des Schreibens zu berichten, darüber, wie sie künstlerische Vorstellungen verändern und künstlerische Vorhaben anstoßen.

Entstanden ist so ein Buch, das Texte zu einem Kommunikationsnetzwerk verbindet, das auf spielerische Weise zwischen Gedicht und literarischem Essay und Manifest wechselt, und zeigt, wie Autoren mit offenen Sinnen an einer der heutzutage lebendigsten wie riskantesten Künste beteiligt sind, der Poesie.

Mit Beiträgen von: Konstantin Ames, Hartmut Abendschein, Crauss, Elke Erb, Mara Genschel, Sabine Hänsgen, Martina Hefter, Angelika Janz, Birgit Kempker, Barbara Köhler, Simone Kornappel, Thorsten Krämer, Stan Lafleur, Martin Lechner, Georg Leß, Swantje Lichtenstein, Léonce W. Lupette, Brigitte Oleschinski, Jinn Pogy, Bertram Reinecke, Johann Reißer, Monika Rinck, Xaver Römer, Volker Sielaff, Ulf Stolterfoht, Barbara Felicitas Tax, Mathias Traxler, Julia Trompeter und Uljana Wolf.“

Nachtrag, 29. April 2014
Erste Pressereaktionen:
1) In der Zeit (18/2014) schreibt Florian Kessler einmal mehr zur kursierenden Literaturdebatte und geht dabei auf Metonymie ein, der er geringere Sperrigkeit attestiert, als der Titel vermuten ließe:  “Augenfällig wird durch die Essays äußerst unterschiedlich vorgehender Lyriker wie etwa Mara Genschel, Swantje Lichtenstein oder Stan Lafleur, wie wenig das derzeitige Dichten an die Form des Konvoluts schlüsselfertig an den Leser abzugebender Gedichte gebunden ist. (…) Dieses Diskurskunstwerk ist eine angemessen unmeisterliche Meisterleistung.”
2) Unter der Überschrift was poesie kann verhandelt Dirk Uwe Hansen Metonymie in seiner Rezension bei Signaturen.

Nachtrag, 10. Juni 2014
Eine weitere Besprechung:
3) Poesie in ihrer Vielfalt lautet die Überschrift des heute erschienenen Feuilletonbeitrags von Barbara Zeizinger über Metonymie, nachzulesen bei fixpoetry.