Aufwachen in Istanbul / Istanbul‘da Uyanış

Aktuell und noch bis zum 04. November ist in Köln die Ausstellung „Aufwachen in Istanbul / Istanbul‘da Uyanış“ zu sehen. Kuratiert wurde sie von Nadine Müseler und Jari Ortwig. Das Wortprogramm stellte Gerrit Wustmann zusammen. Gezeigt werden Werke Kölner Künstler, die in den vergangenen acht Jahren für längere Zeit in Istanbul gearbeitet haben:

Lars Breuer_Ideologie_Detail

Lars Breuer: Ideologie, Acryl auf Wand (Detail). Freitagnachmittagsschatten bearbeiten die Anfangsbuchstaben des an Runen erinnernden Schriftzugs

Philipp Enders_Abschied von I

Philipp Enders: Abschied von I, Soundinstallation, Digitaldruck auf Folie. Der Künstler erzählt von seiner Reaktion auf das Selbstmordattentat vom 16. März 2016 auf der İstiklal Caddesi

Evamaria Schaller: Fremdkörper, Fotografie einer 1-Minuten-Performance (Ausschnitt). Das wandgroße Selfie ist der Eyecatcher der Ausstellung

Noa Gur_Key Museum_Detail

Noa Gur: Key Museum (Detail). Die zweiteilige Arbeit besteht aus einem Koffer mit aus Ton nachgebildeten Objekten aus dem Archäologischen Museum in Istanbul und einem Video, in dem die Objekte zum Sternenhimmel abstrahiert werden

Von mir liegen Gedicht-Postkarten (Gezi-Park, Gülhane-Park) aus, die gratis mitgenommen werden dürfen. Im Programmheft ist darüberhinaus eine meiner Istanbul-Fotografien zu sehen

Beteiligte KünstlerInnen und AutorInnen: Lars Breuer, Marianna Christofides, Philipp Enders, Doris Frohnapfel, Tanja Goethe, Selma Gültoprak, Noa Gur, Andrea Karimé, Tessa Knapp, Alfons Knogl, Robert Kraiss, Stan Lafleur, Ulla Lenze, Marie T. Martin, Selim Özdogan, Evamaria Schaller, Bastian Schneider, Gerrit Wustmann und Mona Yahia.
Gastauftritte: Alper Canıgüz, Orhan Esen, Elektro Hafiz und Burçak Konukman.

Ort: Werft 5 – Raum für Kunst im Kunsthaus Rhenania, Bayenstraße 28, Köln-Südstadt
Dauer: 15. Oktober bis 04. November 2017
Öffnungszeiten: Donnerstag bis Sonntag von 15 bis 19 Uhr und nach Vereinbarung
Erweiterte Öffnungszeiten am 15./22. Oktober und 04. November

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Nachtrag, 08. November 2017
Auf Vimeo gibt es eine viertelstündige Dokumentation der Ausstellung von Verena Maas. Meine Beiträge (Gedichtpostkarten, Mikrolesung) bleiben darin konsequent außer Acht.

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Butt

butt

Eines der Bilder meiner Ausstellung Prominente Personen und Pferde in der Kölner Calcographie im Jahr 2000 hängt heuer als Wandkunst in einem Büro des Erkrather Logistikunternehmens TimoCom. Ein Firmenmitarbeiter schickte dieses Beweisfoto als Neujahrsgruß. Die Portrait-Collage zeigt Hans Jörg Butt in seiner Zeit als Bundesligaprofi.

Die Auswahl der in der Serie portraitierten Personen und Pferde folgte weitgehend dem Zufallsprinzip. In einschlägigen Illustrierten suchte ich nach Fotovorlagen, die aus sehr unterschiedlichen Gründen meine Aufmerksamkeit zu wecken vermochten. Das Schrille, Überkandidelte der Selbstdarstellung konnte ebensogut den Ausschlag für eine Arbeit geben wie die historische Bedeutung der Person (bzw des Pferdes) oder eine mit ihr verknüpfte tragische Begebenheit. Zusammen ergaben sie ein Mosaik der Möglichkeiten, die Bandbreite reichte ungefähr „von Karl Marx bis Karl Moik“.

An der Vorlage für das Portrait Butts, ich erinnere mich noch gut, sprach mich ein Ausdruck hochgradiger Alltäglichkeit an, der damals bereits über sein Karriereende als Fußballstar hinauszuweisen schien. Heute wirkt Butt – ein hervorragender Torhüter, der auch als sicherer Elfmeterschütze auftrat – im familieneigenen Betrieb für „Verladerampen und Industrietore“.

Nachtrag, 05. April 2017
Die verwendete, überaus simple Collagen-Technik hatte ich in Privatstunden bei Alice Kinser und Andrew Walther erlernt, reisenden amerikanischen Künstlern, die unterwegs Workshops und Einzelunterricht gaben und mich als Meisterschüler einstuften. Die Technik stellen Alice und Andrew mittlerweile im Internet zur Verfügung.