applaudissement

applaudissement_21Es entwickelt sich zur jährlichen Tradition, daß ein kleiner Beitrag von mir in der Münchner Zeitschrift applaudissement zu finden ist – und daß Herausgeber Bernhard Rusch mir das Blatt einige Wochen oder Monate nach Erscheinen persönlich in Köln aushändigt. Die diesjährigen „Mitteilungen für Applisten und Applauphile“ bestehen ungefähr zur Hälfte aus Bild- und Textmaterialien, von mir ist mit ekaterina ein eigens für diese Ausgabe aufgespürtes Found Poem aus dem Spammailmilieu enthalten.

applaudissement_21_spirals

Interessante Entsprechung zu den Spiralkanälen Vlado Franjevićs: Stefan Mayers Spirale di Roma

Mit Text- und Bildbeiträgen von Max Ackermann, Peter Adacker, Marion Brasch, Ann Cotten, Eine besorgte Bürgerin, Elwood, Christian Engelken, Carola Fuchs, Johanna Gabler, Helmut Glatz, Florian Günter, Justina Eleonora Hoegerl, Thomas Höpfinger, Brigitte Hopstock, Emmy Horstkamp, Manuela Illera, Franz Kafka, Oliver Jung-Kostick, Jürgen Kerstiens, Justin Koller, Fitzgerald Kusz, Stan Lafleur, Joachim Lischka, Stefan Mayer, Birgit Moser, Gislind Nabakowski, Corinna Naumann, Karabin Oljoschin, Brigitte Yoshiko Pruchnow, Sabine Remy, Timo Rowek, Wencke Rowek, Bernhard Rusch, Ulli Schmeling, Nina Schmid, Holger Sommer, Stephan Sprang, Tanja Ulbrich, Knut van Brijs, Niko Vartiainen, Marion Vina, Reiner Wiebe und Petra Winter.

applaudissement, 36 Seiten, DIN A4, zahlreiche Farbbilder, 5 Euro. Zu beziehen über den TTR-Verlag.

MINI WELT bei Livres

An der Lyrischen Litfaßsäule, dem Gedichtbänden vorbehaltenen Part von Livres, dem Büchermagazin des luxemburgischen Tageblatts, bespricht Guy Helminger für die Sommerausgabe meinen jüngsten Auswahlband MINI WELT:

„Wussten Sie, dass das Meer der Feind der Dichtung ist, dass Möwen Pendlerinnen sind zwischen unseren Wünschen und Müllhalden? Wenn nicht, sollten Sie Stan Lafleur lesen, der seit langem zu den Großen der deutschsprachigen Lyrikszene zählt. Der Band MINI WELT (…) gewährt einen kleinen Einblick in Lafleurs momentanes Schaffen, sind die Gedichte doch unterschiedlichen unveröffentlichten Manuskripten entnommen. Während das Kapitel „Möwen von Jetzt“ Texte präsentiert, die alle zusammengehören, entlang einer feinen, bildlich ausgefeilten Linie operieren, und dabei über den vergehenden Moment in die Ewigkeit von Zeit verweisen, Erdgebundenheit hinter sich lassend bei der Erkundung des Alls, positioniert sich der Abschnitt „Wahrscheinlich schon in Bickendorf“ nicht nur in Lafleurs Wahlheimat Köln, sondern in der Spoken-Word-Akustik. Auch hier kennt der Dichter sich aus, gibt dem Deskriptiven den Vortritt, paart die Bilder mit Binnenreim und sich angleichenden Sounds. Beides hat Witz und ist von einem einnehmenden ästhetischen Gestaltungsprinzip durchzogen. Gutes Buch. (…)“

Lesezeichen 02/2017

Soeben erschienen ist das neue Lesezeichen, die vierteljährliche Zusammenstellung mit Highlights aus der deutschsprachigen Netzliteratur bei litblogs.net, einem Portal, das derzeit gut 20 AutorInnen, KünstlerInnen und Gruppen assoziiert und präsentiert. Themen sind u.a.:

Schreibmaschinen und Senflichter, Hofmannsthals Spasmen, die Heebie Jeebies, tonnenschwere Jachten, kryptolyrische Eheversprechen, Joachim Fest gegen Ernst Bloch, Tim Renner und Chris Dercon, Gewinncodes, Rohrgedommel, eine Bergspiegelung im See, ein Großes Grünes Heupferd und die Köln-Bonner Stadtbahntrasse, Mallarmé und Käte Hamburger … uvm.

rheinseins Beitrag besteht diesmal aus dem inzwischen zehnten Bild-Text-Eintrag der nach hinten offenen Serie Auf den Spuren Willy Brandts, der Beschreibung einer hochsommerlichen Wanderung entlang der Willy-Brandt-Straße in Wesseling.

Weitere AutorInnen des aktuellen Lesezeichens sind Marianne Büttiker, Der goldene Fisch, Andreas Glumm, Jan Kuhlbrodt, Jörg Meyer, Carl Nymphenbad, J. S. Piveckova, Rittiner & Gomez, Norbert W. Schlinkert, Andreas Louis Seyerlein, Christian de Simoni, Lisa Spalt und Chris Zintzen.

STILL

STILL-5_COVER

Durch einen verirrten Oktoberregen laufe ich zur Post und hole die Sendungen ab, die der Briefträger nicht abzuliefern gewillt ist. Darunter die neue, fünfte Ausgabe der auf den ersten Blick vermittels leichtem Überformat auffälligen Berlin-New Yorker Zeitschrift STILL.

„STILL is an independent magazine featuring inventive writing and photography,“ heißt es in der Selbstbeschreibung, „the artists published by the magazine challenge creative conventions in form or content and include an eclectic range of creators working in fiction, nonfiction, poetry, essays, translations, and fine art photography.“

Die wechselnden Text- und Bildsektionen der aktuellen Ausgabe erzeugen eine Komposition mit globalistischer Anmutung. Ein Teil der Texte findet sich aus dem Deutschen ins Englische übertragen oder umgekehrt. Zu entdecken sind neben einem Loreley-Text von Friederike Mayröcker, dem schönen Backcover-Gedicht von Sirka Elspaß, das direkt zweisprachig verfaßt wurde oder dem fotografischen Tagebuch von Lotte Reimann unter anderem auch zwei meiner guatemaltekischen Gedichte (englische Versionen: Jake Schneider).

AutorInnen: Ines Berwing, Daniela Danz, Petra Feigl, Forrest Gander, Kenneth Goldsmith, Axel Görlach, Sascha Hargesheimer, Andreas Hutt, Jan Imgrund, Mathias Jeschke, Pablo Katchadijan, Sascha Kokot, Stan Lafleur, Michael Lowenthal, Friederike Mayröcker, Sudabeh Mohafez, Jonas Mölzer, Filip Noterdaeme, Sandra Santana, Mercedes Spannagel, Andreas Thamm, Jordan Valentine Tucker, Uljana Wolf

FotografInnen: Alexander Anufriev, Miia Autio, Diego Ballestrasse, Tobias Faisst, Johannes Heinke, Kani Marouf, Anne-Lena Michel, Lotte Reimann, Daniel Terna

STILL 5 (Berlin Edition), 108 Seiten, 23×31 cm, Klebebindung, Berlin/New York 2017
Auflage: 400, 15 Euro

Versnetze_zehn

versnetze_zehn
„Die „Versnetze“ sind auch ein Seismograph gesellschaftlicher Befindlichkeiten, etwa mit von ostdeutschen Schriftstellern verfassten Gedichten über die Nachwehen der Wiedervereinigung oder Erinnerungen an das Leben in der DDR. Und auch die unheilvolle Vergangenheit des Dritten Reiches mit seinem unmenschlichen Vernichtungsapparat beschäftigt die Autoren nach wie vor. Kein Wunder bei den rechtspopulistischen Entwicklungen in Deutschland und anderen Ländern Europas. In der jüngeren Vergangenheit und Gegenwart wird verstärkt die Situation der Flüchtlinge thematisiert. Zum weiteren inhaltlichen Spektrum gehören unter anderem die schöne neue Technik- und Medienwelt, Heimat ohne Heimattümelei, Natur, Kunst, Musik, Literatur und Zeit.“ (Herausgeber Axel Kutsch im Vorwort)

Am Konzept der Versnetze hat sich in der zehnten Ausgabe nichts geändert: nach Regionen geordnet versammelt die jährlich erscheinende Anthologie ausgewählte Dichterstimmen (hauptsächlich) aus Deutschland. Von mir sind mit Heimat und Feuer zwei Gedichte aus dem in diesem Frühjahr erschienenen Band MINI WELT enthalten.

Versnetze_zehn, Verlag Ralf Liebe, Weilerswist, 340 Seiten, 24 Euro, ISBN: 978-3-944566-71-9

Nachtrag, 05. Juli 2017
Eine erste Rezension der Anthologie ist bei Fixpoetry erschienen. Jonis Hartmann schreibt unter dem Titel #networking: „Tatsächlich erweist sich Kutsch als ein unerschrockener Zusammenbringer/ Vernetzer verschiedenster AutorInnen. Namen, die einem bisher kaum geläufig waren, die wenig publizieren oder in Erscheinung treten, sind „erfasst“. (…) Die Versnetze haben sich in jedem Fall von den meisten anderen Anthologien der letzten Zeit abgesetzt.“

Flüchtiges Fleisch im Arbeitskittel

lütfiye güzel_faible
Seit 2012 hat Lütfiye Güzel sieben Bücher mit Gedichten, Notizen, Kurzgeschichten und Selbstgesprächen vorgelegt, darunter eine Novelle und ein Antiroman. faible? fungiert als Best of-Kompilation aus diesen sieben Titeln. Inhalte und Herstellungsbedingungen des Bandes erinnern an Produkte des Social Beat, eines literarischen Netzwerks in den 90ern, das abseits etablierter Strukturen unzählige Zeitschriften, Lesungen und Verlage organisierte und dessen AutorInnen überwiegend von gesellschaftlichem Schattendasein erzählten.

faible? eröffnet mit einem Supermarkt-Gedicht, in dem das lyrische Ich sich ostentativ vor den Waren und zugleich im Off der Kommerz- und Erfolgswelt mit ihren Anforderungen und Normen positioniert. Ein Auftakt, der sich im Folgenden bestätigt: auf der Flucht vor dem Vielzuviel pendelt ein zweifelserfüllter Ichzustand webschiffchengleich von Text zu Text, schattierte Muster aus grauen Gewissheiten zu wirken.

die hose

wie die hose & das t-shirt
über der stuhllehne hängen
so leblos & fallen gelassen
nutzlos auch
& das buch der antworten
es liegt auf meinen knien
während ich an den fragen arbeite

In Lütfiye Güzels Worten schwingen Staunen, Zweifel, Einsamkeit, Abenteuerlust, Verlust und Randexistenz-Bewußtsein: krakenbeinige Führungslinien, die in trockenen, tödlich nüchternen Beobachtungen verlaufen. Ihre Sprache ist prägnant, trotzig, bisweilen überraschend, aus mittlerer Distanz klingen Orhan Veli und Charles Bukowski an, aus der Nähe viel Marxloher Vorstadtwirklichkeit. Mehrere Gedichte erreichen Hitqualität. Es wäre wunderbar, solche Texte, gegen jede Furcht und Routine, am Samstagabend um 20 Uhr im Ersten ausgestrahlt zu wissen. Sie handeln von Ängsten in einem der wohlhabendsten Länder (von der Angst nicht dazuzugehören genauso wie von der Angst dazuzugehören), von Kleinigkeiten, von der Welt, von Sehnsucht und Fernweh, von der Verlorenheit, vom Nichterreichten, von der Machtlosigkeit der poetischen Fantasie, davon daß nichts passiert, vom Vater (dem Helden, der sein Geld verspielte), von hüzün (der türkischen Version von Tristesse, die auf Deutsch nach Fado klingt), kurzum: vom Gegenteil von Glück und insofern vom Glück, von der Dichtung als Ausweg (der keiner ist), vom Gastarbeiter-Schichtalltag und vom Gurkensortieren, von Duisburg, vom Nichtbleibenwollen und Nichtfortgehenkönnen, von der Verlogenheit der Durchhalteparolen, vom Einrasten des Klischees, von Zimmern (immer wieder von Zimmern), von Reinigung, Familie und entkoppelt dastehenden Gefühlen, von der Übersättigung an Unbefriedigendem, von einem Treffen mit Claude Chabrol, letztlich von der Flucht aus dem Vertrauten ins Vertraute, das zu ertragen eine der edelsten Aufgaben des Menschseins vorstellt.

In Anlehnung an Arte Povera ließe sich bei Lütfiye Güzel von Poesia Povera sprechen, einer Dichtung aus „armen“, sprich gewöhnlichen, alltäglichen Materialien. Der auf diesen Seiten stets geprüfte Möwenfaktor beträgt in faible? übrigens, wie auch der Rheinfaktor, Null. Statt Möwen finden sich Tauben „die man verjagt / weil sie vielleicht / nicht wirklich schön sind“, die an anderer Stelle als „Nazi-Tauben“ auftreten und somit als Symboltiere das gesamte Hassliebespektrum des Bandes auf sich vereinen. Für diesen Herbst ist mit Elle-Rebelle bereits der nächste Güzel-Band angekündigt.

gedicht 6

aus dem nichts
bleibt mir
der zerbrechliche trost
dass vielleicht
je tiefer man
über eine sache
zu reden fähig ist
man sie am
wenigsten
empfindet

Lütfiye Güzel: faible?, go-güzel-publishing, Duisburg 2017, Taschenbuch, 200 Seiten, 12 Euro, ISBN: 978-3-00-054953-3

Das Hungertuch

das hungertuchNachdem mir gestern geträumt hatte, in einer ortslosen lichten Fabrikhalle vor wohlgeordneten leeren Stuhlreihen bei der offiziellen Vergabe der Hauptsächlichen Preise für deutschsprachige Dichtung mit der unbeliebtesten der vier jeweils mit einer geringen krummen Summe Taschengelds dotierten Trofäen, dem Pokal für „Gedichte, die gar nicht erst versuchen Gedichte zu sein“, ausgezeichnet worden zu sein, einer plumpen Statue, die stark an die FIFA World Cup Trophy erinnerte und die schnellstmöglich loszuwerden hervorragend gelang, weil sie beim Abstellen umstandslos in der von Wichtigkeit beladenen Umgebung aufging, freue ich mich über die Ehre eines weiteren, höchst realen Preises für mein literarisches Schaffen: Das Hungertuch. Der Preis wird seit 2001 zweijährlich an zumeist drei Künstler verschiedener Sparten vergeben. Besonders rührt mich, unter den bisherigen Preisträgern zwei Musikhelden meiner Jugend zu finden: Tom Liwa und den Pyrolator. In der Sparte Literatur gehören u.a. A. J. Weigoni, Swantje Lichtenstein und Enno Stahl zu den Vorgängern. Unaussprechliche Freude gebührt der Tatsache, den diesjährigen Preis mit dem bretonischen Künstler Roland Bergère zu teilen, mit dem mich seit zwei Jahrzehnten zahlreiche Kooperationen verbinden. Dritter Preisträger 2017 ist der Komponist Christoph Staude.

„Diese von Ulrich Peters begründete Auszeichnung ist ein Preis, verliehen von Künstlern an Künstler. Er unterstreicht das Ideelle und Nachhaltige der künstlerischen Produktion und ist ein Plädoyer für die künstlerische Unabhängigkeit. (…) „Die Unabhängigkeit der Inhalte schützt am besten, wer sich tatsächlich um die Inhalte kümmert. (…) ‚Das Hungertuch‘ (…) wird an Artisten verliehen, die mit experimentellem Pioniergeist im 21. Jahrhundert neues künstlerisches Terrain aufbrechen. Die Jury verfolgt mit besonderem Interesse künstlerische Ansätze, die sich um die Verschmelzung unterschiedlicher Genres bemühen.““ (Kirsten Adamek, Galerie amschatzhaus)

Der Begriff des Hungertuchs rekurriert auf den mittelalterlichen Kirchenbrauch, in der Fastenzeit den Altar zu verhüllen. Zur körperlichen Buße des Fastens kommt die eines liturgischen Verzichts. Leicht mit dem Hungertuch assoziiert werden können Kafkas Erzählung Ein Hungerkünstler (als ironisch gezeichnete Symbolgestalt des Künstlers schlechthin) oder das Textil als (Welt-)Gewebe, innerhalb dessen und an dem der von spirituellen Antrieben motivierte Künstler wirkt.

Die Preisverleihung findet am 10.06.2017 um 16.30 Uhr in der Galerie amschatzhaus in Neuss-Holzheim mit Lesung und Musik im Rahmen von Roland Bergères Ausstellung Um die Häuser statt. Die Laudationes hält Enno Stahl.

Ausführlichere Informationen zum Hungertuch
– Die vollständige Preisträgerliste
– Vorabbericht zur Preisverleihung in der Rheinischen Post

Nachtrag, 21 Juni 2017
Zu den Literaturpreisen Das Hungertuch und Nahbellpreis schreibt Matthias Hagedorn unter dem Titel Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung in den Kulturnotizen und stellt das Schaffen von Angelika Janz, HEL und mir in eine Reihe: „Diese Autoren haben es nicht nötig, ihre Wahrnehmungen mit der Creme salbender Schönheit zu tunen. Ihre Wahrnehmung ist brennscharf, sie haben ein untrügliches Gefühl für dramatische Zwischenräume, das lyrische Ich reflektiert gesellschaftliche Zustände in der Regel beiläufig, und zumeist heiterer Melancholie oder in bitter klugen Farcen.“

… immer steigend, kommt Ihr auf die Höhen

bergpässe

In der 266. Ausgabe der Zeitschrift die horen beschäftigen sich, herausgegeben von Andreas Erb und Christof Hamann, Kulturwissenschaftler, Essayisten, Lyriker und Prosaisten mit alpinen Verbindungswegen.

„Hochgelegene Regionen verbinden wir heute oftmals mit den Namen herausragender Berge, dem Matterhorn, dem Kilimandscharo, dem Mount Everest. Wurden die Gipfel lange Zeit als Orte des Zwiegesprächs zwischen Göttern und Menschen angesehen, so schufen die Pässe hingegen vielfältige Verbindungen zwischen den Menschen selbst.
Handelswege, Schmugglerwege, Kriegswege, Pilgerwege: Pässe bilden Einbuchtungen in den ansonsten nur schwer zu überquerenden Gebirgsriegeln. Sie sind Orte eines vielfältigen Verkehrs von Menschen, Tieren, Dingen, von Erlaubtem und Verbotenem, auch Möglichkeitsräume, an denen zukünftige Ereignisse zum Greifen nahe scheinen. Pässe stiften daher auch Ideen und Fantasien.“ (Aus dem Verlagsinfo.)

Von mir ist ein Text über die literarisch und filmisch häufig stark verfremdete Via Mala enthalten.

Weitere AutorInnen sind u.a.: Marcel Beyer, Iso Camartin, Oswald Egger, Péter Farkas, Joachim Geil, Franziska Gerstenberg, Guy Helminger, Silvio Huonder, Birgit Kempker, Birgit Kreipe, Tim Krohn, Volker Kutscher, Klaus Merz, Klaus Modick, Karl-Heinz Ott, Angelika Overath, Annette Pehnt, Marion Poschmann, Norbert Scheuer, Sabine Scho, Tom Schulz, Ulf Stolterfoth, Antje Rávic Strubel, Alain Claude Sulzer, Leo Tuor, Theresia Walser, Peter Wawerzinek und Miek Zwamborn.

… immer steigend, kommt Ihr auf die Höhen. Bergübergänge, herausgegeben von Andreas Erb und Christof Hamann in der Reihe: die horen. Zeitschrift für Literatur, Kunst und Kritik; Band 266, 62. Jahrgang, Wallstein Verlag, Göttingen 2017
240 Seiten, zum Teil farbige Abbildungen, Broschur, 14 Euro, ISBN: 978-3-8353-3038-2

Nachtrag, 26.07.2017
„Die gesammelten Grenzerfahrungen zeugen schon durch das auf den Schweizer St. Gotthard bezogene Motto aus Schillers Wilhelm Tell („… immer steigend, kommt Ihr auf die Höhen“) weniger von lebensgefährlichen Risikounternehmungen als von erhebenden, manchmal spirituellen Passagen zwischen dem Bekannten und dem Unbekannten – um Abenteuer der Wahrnehmung“, heißt es in einer ersten Rezension von Gregor Dotzauer für den Tagesspiegel unter dem Titel Im Meer der Berge.

Die dreizehnte Sprache

country songMein Gedicht Hemd aus dem aktuellen Band MINI WELT gibt es jetzt hier in tschechischer Übertragung von Klára Hůrková, die auf ihrem Blog poemataclara abwechselnd tschechische und deutsche Gedichte vorstellt – jeweils in ihrer Interpretation und mit einem kurzen Begleittext und einer bildnerischen Arbeit versehen. Tschechisch ist damit die dreizehnte Sprache, in die eines oder mehrere meiner Gedichte zu Publikationszwecken übertragen wurden.

Jahrbuch der Lyrik

jahrbuch der lyrik 2017

„Seit 1979 gibt das »Jahrbuch der Lyrik« Einblick in neueste Entwicklungen der Poesie in Deutschland, Österreich und der Schweiz; ab diesem Jahr erscheint es jährlich bei Schöffling & Co. Für die 31. Ausgabe konnte Christoph Buchwald die vielfach ausgezeichnete Lyrikerin Ulrike Almut Sandig als Mitherausgeberin gewinnen. Gemeinsam haben sie die besten zeitgenössischen Gedichte ausgesucht und in thematischen Kapiteln zusammengestellt.
In welchem Maße ist die Gegenwartslyrik Echo und Spiegel unserer Zeit? Wie tief sitzt das Misstrauen gegen politische Ideologien und Rezepte? Offensichtlich ist: Die Sicht auf Geschichte und Gesellschaft ist nur mit subjektiver Herangehensweise glaubwürdig zu artikulieren, der persönliche Blick verweist auf das große Ganze.
Erstmals wurden auch Bildgedichte in die Auswahl aufgenommen; zusammen mit dem Kapitel »Dichter übersetzen Dichter« gehen diese über Sprach- und Genregrenzen hinaus.“
(Aus dem Verlagsinfo)

Rund 120 AutorInnen sind im Jahrbuch der Lyrik vertreten, die Stimmen reichen von der Newcomerin ohne eigenes Buch bis zur Nobelpreisträgerin. Mit Die Charaktere in Fernsehserien werden unmoralischer von Jahr zu Jahr und Zone 4, X-ter Nebenweg zur Allee der Reformen sind zwei meiner guatemaltekischen Gedichte enthalten.

Jahrbuch der Lyrik 2017, herausgegeben von Christoph Buchwald und Ulrike Almut Sandig, Schöffling & Co., Frankfurt/Main 2017
232 Seiten, gebunden und mit Lesebändchen, 22 Euro, ISBN: 978-3-89561-680-8

Nachtrag, 04. Mai 2017
Ein erster Vorbericht erschien bereits am 06. April auf dem Lyrikportal fixpoetry. Darin ist die Rede von über 5000 Einsendungen. Die ausgewählten Texte eigneten einen „beglückend hohen Risikofaktor“, konstatiert wird darüberhinaus das neuerliche Aufflackern politisch motivierter Dichtung.

Nachtrag, 08. Mai 2017
André Hatting bespricht das Buch am 06. Mai für den Deutschlandfunk: „Das aktuelle Jahrbuch der Lyrik ist ein Who is Who der neuen deutschsprachigen Poesie.“