Mein durstiges Wort gegen die flüchtige Liebe

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Ein Karussell nennt Herausgeber Dinçer Güçyeter die neue Lyrik-Anthologie Mein durstiges Wort gegen die flüchtige Liebe: „Jetzt sehe ich die kugelschwere Zeit, entlastet, auf diesem leuchtenden Wunder, mit bunten Luftballons in der Hand. In ihrem Mund der Fleck eines Paradiesapfels.“ Tatsächlich äußern sich die versammelten Stimmen in hoher Varietät, in Farben ausgedrückt reichte die Auswahl von bonbonniere über différence und gloss bis sehnsuchtsgrau, es finden sich klassische Zeilen („benebelt von deinem Duft“), hungerndes Fleisch, Kirschblüten und natürlich eine Menge Lippen ebenso wie Brodskyverben, Nichtzielorganismen und geschlossene Vögel. Wen die Lektüre zum Selberdichten reizt, dem stehen am Buchende ein paar eigens für Notizen eingeräumte Seiten zur Verfügung.

Als eher achsensymmetrisch zum Titel bzw. die Vorgabe auf links wendend, als flüchtige Worte gegen den gewaltigen, allverschlingenden Durst der Liebe, empfinde ich meinen Beitrag, drei Gedichte aus der seit Jahren fortlaufenden Blick in den Himmel-Serie.

Die AutorInnen: Günter Abramowski, Willi Achten, Konstantin Ames, Birgit Boden, Martina Burandt, Marina Büttner, Safiye Can, Ernst Christoph Cohnen, Crauss., Max Czollek, Christoph Danne, Dominik Dombrowski, Matthias Engels, Sonja Enste, Ulrike Gau, Anke Glasmacher, Nora Gomringer, Marco Grosse, Dieter Hans, Jonis Hartmann, Bettina Hesse, Stefan Heuer, Tim Holland, Klára Hůrková, Angelika Janz, Gültekin Kaan Kaynak, Thomas Kade, Udo Kawasser, Sina Klein, Hung-min Krämer, Thorsten Krämer, David Krause, Arndt Kremer, Stan Lafleur, Maja Loewe, Werner Muth, Marlene Olbrich, José Oliver, Mario Osterland, Deniz Pasaoglu, Martin Piekar, Wolfgang Rödig, Jürgen Sanders, Şafak Sarıçiçek, Simone Scharbert, Amir Shaheen, Giuliano Francesco Spagnolo, Zacharias Stegmaier, Silke Vogten, Werner Weimar-Mazur, Alexander Weinstock, Wilfriede Weise-Ney, Ron Winkler und Gerrit Wustmann.

Mein durstiges Wort gegen die flüchtige Liebe, Elif Verlag, Nettetal 2016, 104 Seiten, 17 x 24 cm, Broschur, 14,95 Euro, ISBN 978-3981750973

Nachtrag, 03. Juli 2017
Vorbeigerufen: Timo Brandt bespricht den Sammelband auf Fixpoetry unter dem Titel Der Ergebnisse der Liebe kann man kaum bekanntgeben, geht auf sämtliche Beiträger ein und beklagt in meinem Fall die Mißachtung seiner Leseerwartung: „Eine Spur Rotz, eine Spur Pathos, ein Nippen am Beliebigen, ein Prusten des Ekels. Stan Lafleurs drei Gedichte unterhalten, biegen und brechen hier und da etwas, illuminieren mit schneller Feder. Aber trotzdem ist es so, als riefe er immer an mir vorbei – mich als Lesenden scheint er gar nicht zu sehen.“

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