Atitlánsee

Zwischen fünf und halb sechs Uhr steigt die Sonne über die Höhenzüge bei Panajachel und bewirtet den See mit ihren tagesaktuellen Farbentwürfen. „Ananas and coffee for breakfast“, geht mir eine Songzeile von Superbilk aus den frühen 90ern durch den Sinn, die ich nach Abflauen der wildesten Strahlentünchungen in die Tat umsetze.

Lakescape mit auf der Seeoberfläche sich spiegelnder Vulkanlandschaft. Die Wasserteppiche aus Schwemmgut und Algen ziehen im Tagesverlauf Grackeln und Silberreiher an. Hin und wieder kreuzen Einbäume und Schnellboote die Szenerie. Viele Touristen schwärmen, die Lebensumstände der meisten Anwohner außer acht lassend, davon „im Paradies“ angelangt zu sein.

Wolkenakkumulation oder Vulkanrauch? Die schweflig-gelbe Farbkomponente spricht für letzteres, zumal die Vulkane am Atitlánsee aktiv sind. Zahlreiche Agenturen bieten für Touristen geführte Wanderungen auf die Gipfel an. Die Tourguides führen immer noch (in Guatemala allgegenwärtige) Pumpguns mit sich, ein eher rhetorisches Mittel, um Überfällen vorzubeugen. Bis vor wenigen Jahren stellte die örtliche Polizei bewaffnete Begleitungen für ausländische Vulkanbesteiger ab.

Mit dem Speedboat unterwegs. Den Atitlánsee zu kreuzen ist trotz grandioser Ausblicke kein Spaß. Eng gedrängt hocken die Passagiere auf Holzbänken; sobald der See vom Xocomil aufgerauht wird, gerät auch das Gepäck im Bug in Bewegung und diejenigen Passagiere, die keinen regulären Sitzplatz ergattern konnten, klammern sich nach Möglichkeit am Anlegetau fest, um nicht aus dem Gleichgewicht zu geraten oder schlimmstenfalls über Bord zu gehen.

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