Himmelsblicke

Im Jahr 2009 erschien blick in den himmel als Fixpoetry Leseheft. Die einzelnen Gedichte waren sämtlich gleich betitelt wie der Band. Im Himmel läßt sich die Erde spiegeln, der Spiegel besitzt kosmische Dimensionen: Raum für Meditation und Selbstpositionierung. Aus der Ferne wirkt die Erde runder und kleiner, ihrer Faszination tut das keinen Abbruch. Gelegentlich schreibe ich die Reihe mit Himmelsblicken (der Band ist längst vergriffen) im Stillen fort – dieser Tage habe ich das Motiv gleich zweimal in kurzer Folge, jeweils wunderbar umgesetzt, in der türkischen Lyrik entdeckt:

Ne iş
mi yaparım
yolculuk ederim
göğe bakarım

schrieb İlhan Berk (1918-2008). In einer taufrischen Übertragung Achim Wagners klingt das so:

Was ich arbeite?
Ich reise
Ich schaue in den Himmel

Der zweite zuvor unbekannte Verwandte in Sachen Himmelsblicke ist Turgut Uyar (1927-1985). Sein Gedicht Göğe bakma durağı hat Safiye Can mit Haltestelle Himmelbetrachtung, ebenfalls taufrisch, verdeutscht. Seit gestern ist die Übertragung auf Safiye Cans Website nachzulesen.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s